Erzbistum Freiburg

Dezember 14, 2015 in Bistümer

Das Erzbistum Freiburg im Breisgau liegt im Südwesten Deutschlands in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schweiz und zum Elsass. In reizvoller geografischer Lage erstreckt sich das Gebiet von Hohenzollern, Bodensee und dem Hochrhein im Süden über den Schwarzwald und die Oberrheinische Tiefebene bis hinauf in den Odenwald und an den Main im Norden.

Geschichte

Das Erzbistum Freiburg ist mit 190 Jahren ein vergleichsweise junges Bistum. Dennoch blickt der Landstrich auf eine lange christliche Geschichte zurück. Bereits zum Ende der römischen Herrschaft gab es hier christliche Gemeinden, unter anderem in Konstanz. Als erste Glaubensboten kamen bereits im 6. Jahrhundert die Mönche Fridolin, Landolin, Trudpert und Gallus an Rhein und Bodensee.

In den folgenden Jahrhunderten kam es auf dem Gebiet der heutigen Erzdiözese Freiburg zu den ersten Klostergründungen, etwa in Säckingen am Hochrhein, St. Trudpert im Schwarzwald und Schuttern in der Ortenau. Dazu zählt auch das Kloster im Weltkulturerbe Bodenseeinsel Reichenau, das um 724 der Wanderbischof Pirmin gegründet hat. Zahlreiche weitere Klöster wurden nicht zuletzt durch ihre Schulen sehr bald zu Zentren christlichen Lebens.

Bereits 585 wurde dann das Bistum Konstanz errichtet, das sich vom St. Gotthard bis zum mittleren Neckar und vom Rhein bis an die Iller erstreckte. Hier wirkte von 934 bis zu seinem Tod 975 der „Alemannenbischof“ Konrad.

Ins Zentrum des kirchlich-politischen Geschehens rückte Anfang des 15. Jahrhunderts die damalige Bischofsstadt Konstanz, als dort von 1414 bis 1418 das nach ihr benannte Konzil tagte. Es war von Kaiser Sigismund einberufen worden, um nach der Rückkehr der Päpste aus Avignon die umstrittene Frage nach dem rechtmäßigen Papst zu klären. Einer der abgesetzten Päpste, Johannes XXIII. war dann über Schaffhausen nach Freiburg geflüchtet und wurde dort am 29. April 1415 auf Geheiß von Kaiser Sigismund festgenommen. Dies war der bisher einzige „Besuch“ eines Papstes in Freiburg.

Von Konstanz nach Freiburg

Im Zuge der Enteignung der geistlichen Fürstentümer 1803 und der territorialen Neuordnung Deutschlands nach dem Wiener Kongress 1815 wurde am 16. August 1821 die Oberrheinische Kirchenprovinz von Papst Pius VII. aus der Taufe gehoben. Sie bestand aus dem Erzbistum Freiburg und den Suffraganbistümern Fulda, Mainz, Limburg und Rottenburg (heute zählen nur noch Mainz und Rottenburg-Stuttgart dazu).
Die eigentliche Gründung des Erzbistums Freiburg erfolgte allerdings erst 1827 mit der Einsetzung des ersten Erzbischofs, des Münsterpfarrers Bernhard Boll. Die neue Diözese setzte sich aus den Teilen der ehemaligen Bistümer Konstanz, Mainz, Speyer, Straßburg, Worms und Würzburg zusammen. Das im 13. Jahrhundert als Bürgerkirche errichtete Freiburger Münster wurde zur erzbischöflichen Kirche ernannt.

Die Entstehung des Erzbistums Freiburg ist also eng verbunden mit der Bildung des Großherzogtums Baden. Es umfasst heute weitestgehend den früheren Landesteil Baden sowie den ehemaligen hohenzollerischen Landesteil Baden-Württembergs. Mit seinen rund zwei Millionen Katholiken gehört es zu den größten der insgesamt 27 Diözesen in Deutschland.